Malerei
12.08.2007 - 31.08.2007
Jasmin Sylla hat mit ihren letzten Bildern eine
freie Zone geschaffen, in der sie eine Frage zum
Ausdruck bringt:
„Habe ich nur die Wahl zwischen einer verrückten
oder nutzlosen Malerei?“
Als Antwort darauf wählt sie einen sonderbaren Weg,
der ihre persönliche Geschichte beinhaltet, aber
auch Generelles über das Frausein und zudem
herkömmliche Vorstellungen in Frage stellt.
Hinter dieser Frage über Malerei, hinter dieser
Erwartung, die unbedingt enttäuschen wird, befindet
sich das Selbstbewusstsein ihres Lebensweges.
Ihre Bilder erreichen eine neue Reife, zum einen
durch das Wiederfinden des Gegenständlichen, zum
anderen durch die Befreiung von Farbe und Geste
durch Farbe und Geste.
Dieses Körper an Körper, Körper gegen Körper...
oder auch...mit... kann man fühlen. Ist es doch so,
dass sie da sind, in farbiger
Anwesenheit, das sie sich ihrer sicher sind
ungeachtet dessen, dass die
Frau geht. (dass der Mensch/ der bloße Körper
geht?)
Eine Frau der Frauen – ein Bild der Frau, doch
Malerei, trotz allem und gegen alles. Kriechen sie
auf allen vieren? Nein, sie gehen aufrecht,
manchmal warten sie im Schatten, den ihren
bloßlegend.
Manche wandeln in der Dunkelheit und befragen das
Mysterium.
Pendelnd, ohne je das ewige Bild der Mutter mit der
immer deutliche werdender Pluralität der Frau, die
gleichzeitig Junge ist, verbinden zu können,
befindet sich hinter all diesem die auswegslose
Suche nach dem Männlichen.
In Hinblick auf das Männliche im Inneren befindet
sich die Bestätigung der Neuen Frau, wie eine
Fusion aus Gegenwärtigem, individueller
Zeitlichkeit, und der Außerzeitlichkeit des
weiblichen Archetypen.
Die Stärke dieses Werkes liegt genau in dieser
Entwicklung, in den Beweggründen, die dieses Werk
hervorgebracht haben und es haben lebendig werden
lassen, indem die Malerei etwas Schöpfendes wird,
das Technik und Plastizität ohne vorgefasste Ideen
von Verboten oder ästhetische Diktate
benutzt.