HOOKER
Michael Jäger
30.10.2009 - 22.11.2009
(...) Stattdessen könnte man Jägers Strategie eher mit dem Prinzip der kontrollierten „Verunreinigung“ beschreiben. Gemeint ist damit ein Verfahren, bei dem nichts unvermischt oder eindeutig vorkommt und vorhanden ist, sondern immer nur in einem Prozess permanenter Überkreuzungen. In diesem Sinne erscheinen die geometrisierenden Farbflächen in Jägers Bildern sowohl monochromienah, wie auch als Verweigerung eines monochromen Autonomiegedankens. Und die Gegenstandsnähe seiner Formlinge erweist sich bei nährem Blick als Fantasma einer Wahrnehmung, die auch dort das Vertrauen zu orten versucht, wo in Wirklichkeit nur das Fremde zu finden ist. Auch die Malerei selbst gehorcht dieser Struktur der Uneindeutigkeit. In den malerischen Passagen zeigt sie sich bisweilen von einer synthetischen Kühle, um gleichzeitig in nahezu monochromen Zonen die Nüchternheit eines einfachen Farbanstrichs durch geplante Handschriftlichkeit zu unterlaufen. Die Reinheit, so lautet der Befund ,ist der Tod des Bildes. In Jägers Bildern begegnen wir der selbst wieder paradox anmutenden Konsequenz aus dieser These: Entwürfen, die in ihrer absoluten, grundsätzlichen Ambivalenz die Verunreinigung als Möglichkeit begriffen haben, von der Idee der Reinheit zu reden ohne sie darzustellen. (...)


(Aus Stephan Berg im Katalog „Positionen-Reisen an die Grenze der Malerei“ Folkwang Museum/Essen)
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