POLARISATION
Malerei Installation

Astrid Bartels Peter Stohrer

16.04.2010 – 22.05.2010
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Astrid Bartels

Malerin Objektkünstlerin

Das Werk von Astrid Bartels umfasst Malerei, Objekte und Installationen.Diese unterschiedlichen Ausdrucksformen stehen nicht isoliert, sondern durchdringen sich gegenseitig: Materialität und Oberflächenbeschaffenheit erhalten in den Wandbildern gleiche Wertigkeit wie konstruktive Struktur und malerischer Duktus.Komplexe, umdeutige kompositionelle Ordnungsgefüge bestimmen auch Objekte und Installationen. Alle Arbeiten reflektieren dabei den sie umgebenden Raum.Diese Interaktion zwischen Architektur und Bild oder Objekt. Zwischen vorgefundener Situation und autonomer Setzung ist in den neueren Arbeiten von Astrid Bartels immer wichtiger geworden. Der Prozess der Auseinandersetzung mit dem Raum korrespondiert mit der Prozessualität des Schaffens.Bereits seit langem spielt Astrid Bartels mit Kontrasten: Bisher konfrontierte sie ihre klaren Kompositionen mit einem informellen, zeichenhaften Duktus. In ihren aktuellen Werken arbeitet sie Mit Rastern, Gittern und konstruktiven Elementen, aber auch mit deren Auflösung oder Störung – ein spannungsreicher Dialog.„ Die bewusste Ambivalenz, die alle Arbeiten von Astrid Bartels auszeichnet und die den Betrachter aus der vermeintlichen Ordnung von Strukturen heraus immer mit der Freiheit und Unplanbarkeit der Gestaltung konfrontiert, ist der Wesenszug aller Arbeiten der Künstlerin“,schreibt Dr. Gabriele Uelsberg, Leiterin des Bonner Landesmuseums, im Katalog „ Astrid Bartels. Gesetzte Freiheit“

Dr. Dorothee Lehmann - Kopp




Peter Stohrer

ZWISCHEN DEN WELTEN

Im fortgeschrittenen Stadium seiner Farbversuche erkennt Peter Stohrer die expansive Sprengkraft seiner bildbezogenen Studien. Mit Horizontale und Vertikale knüpft er im Kette-und-Schuß-Prinzip an die unerläßliche Grundbedingung des Bildes an, um im Rahmen seiner zweidimensionalen Begrenztheit unversehens neue Räume aufzustoßen:

Parallel zu den Kanten von Pappe oder Papier legt er unterschiedlich breite Farbstreifen übereinander und verdichtet sie Zug um Zug zu einer komplexen Gitterstruktur, die den Blick verführt und auf verschränkten Ebenen in illusionäre Untiefen zieht. Durch ein Gerüst kompakter und fragiler Balken trifft er auf zart getönte Flächen, halb transparent wie milchiges Glas, gleitet zur Seite in wäßrige Schlieren, schwimmt und dringt vor bis zur Lichtung des Grundes – hier ist der Zauberer der Farben in seinem wahren Element! Er läßt sie fließen, Pfützen bilden, pastos und stockend überdecken – ein trübes Grün kreuzt ein feuriges Rot -, und die Pigmente feiern sich selbst im Komplementär-Kontrast: lachsrotes Öl auf Algengrün in Acryl. (...)
Dies entfaltet seine Wirkung um so raffinierter, als er die einzelnen Bilder zu ausufernden Montagen zusammenfügt, die ganze Wände mit einem differenzierten Netzwerk überziehen. Während sich einige Farbstränge an bewußt gesetzte Anschlüsse koppeln, laufen andere ins Leere oder schließen sich mit anders "gepolten Leitungen" kurz.

Hier liegt die Analogie zu den Versorgungsnetzen der Energie ebenso nahe, wie sie zu den binär agierenden Systemen der Kommunikationstechnologie auf der Hand liegt: undurchschaubar aneinandergedockte Halbleiter-Module im Farbenrausch . . .

Gunhild Söhn

(Aus dem Katalog „Bilderfolgen“, Hrsg. Kunstmuseum Ahlen)

„Licht aus“, 2007, Installation, Eisenoxyd, Glühbirnen, Fassungen, Draht
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Rasterfahndung (Ausschnitt), 2007, Öl auf Papier, 51 x 70 cm